Schwerlastanker montieren: So setzen Sie Schwerlastdübel richtig
Schwerlastanker montieren Sie in sechs Schritten: Position prüfen, Bohrlöcher anzeichnen, mit dem passenden Bohrer bohren, das Bohrloch reinigen, den Anker einschlagen und die Mutter mit dem vorgegebenen Drehmoment anziehen. Wie das bei einer Geländerstütze auf Beton aussieht, zeigen wir Ihnen hier Schritt für Schritt und im Video.

Was ist ein Schwerlastanker?
Ein Schwerlastanker, oft auch Schwerlastdübel genannt, ist ein Spreizanker aus Stahl. Beim Anziehen der Mutter wird eine Hülse im Bohrloch aufgespreizt und verkeilt sich im Beton. So lassen sich Bauteile befestigen, an denen später viel Kraft zieht: Geländerstützen, Handlaufhalter oder Konsolen.
Für welchen Untergrund ein Anker geeignet ist, legt der Hersteller fest. Die meisten Schwerlastanker sind für Beton ausgelegt. Für Porenbeton, Lochziegel oder Holz gibt es eigene Befestigungsmittel.
Im Video zeigen wir, wie eine Geländerstütze mit Schwerlastankern auf Beton befestigt und lotrecht ausgerichtet wird.
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Welches Werkzeug brauchen Sie?
- Bohrhammer mit Schlagfunktion
- Betonbohrer in dem Durchmesser, den der Hersteller des Ankers angibt
- Ausblaspumpe oder Staubsauger für das Bohrloch
- Hammer
- Drehmomentschlüssel mit passender Nuss
- Wasserwaage, Zollstock und Bleistift
- Schutzbrille und Gehörschutz
Eine ausführliche Übersicht finden Sie in unserem Ratgeber zum Werkzeug für die Geländermontage.
Schwerlastanker montieren
1. Untergrund und Position prüfen
Prüfen Sie, ob der Untergrund aus Beton besteht und tragfähig ist. Halten Sie die Rand- und Achsabstände sowie die Mindestbauteildicke ein, die der Hersteller des Ankers vorgibt. Das ist besonders wichtig, wenn Sie Stützen seitlich an eine Balkonplatte montieren.
2. Bohrlöcher anzeichnen
Halten Sie die Fußplatte oder den Halter an die gewünschte Stelle, richten Sie das Bauteil mit der Wasserwaage aus und zeichnen Sie die Bohrlöcher an. Das Bauteil dient dabei als Schablone.
3. Bohren
Bohren Sie mit dem Bohrhammer senkrecht zur Oberfläche. Den richtigen Bohrerdurchmesser und die Bohrtiefe finden Sie auf der Verpackung des Ankers.
4. Bohrloch reinigen
Blasen Sie das Bohrloch mehrmals aus oder saugen Sie es ab. Bleibt Bohrstaub im Loch, kann sich die Hülse nicht richtig verspreizen und der Anker hält weniger.
5. Anker einsetzen
Stecken Sie den Anker durch die Fußplatte in das Bohrloch und schlagen Sie ihn mit dem Hammer ein, bis die Unterlegscheibe am Bauteil anliegt. Diese Methode heißt Durchsteckmontage.
6. Ausrichten und festziehen
Richten Sie die Stütze mit der Wasserwaage lotrecht aus. Ziehen Sie danach die Muttern mit dem Drehmomentschlüssel auf den Wert an, den der Hersteller angibt. Erst dabei spreizt sich die Hülse und der Anker sitzt fest. Link zum Montagevideo: Stütze lotrecht setzen
Welcher Bohrer passt zu welchem Schwerlastanker?
Maßgeblich ist immer die Angabe des Herstellers auf der Verpackung oder im Datenblatt. Bei vielen Schwerlastankern mit Spreizhülse ist der Bohrer größer als das Gewinde, weil die Hülse mit ins Bohrloch muss. Bei Bolzenankern entspricht der Bohrer dagegen oft dem Gewindedurchmesser. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf die Gewindegröße allein.
Ebenso wichtig ist die Bohrtiefe. Bohren Sie mindestens so tief, wie der Hersteller angibt, damit der Anker vollständig im tragfähigen Beton sitzt.
Schwerlastanker oder Klebeanker?
Schwerlastanker halten durch Spreizdruck. Das belastet den Beton, besonders nah am Rand. Klebeanker werden mit einem Mörtel eingeklebt und kommen ohne Spreizdruck aus. Sie werden deshalb häufig eingesetzt, wenn nur wenig Abstand zum Rand bleibt.
Welche Lösung bei Ihnen passt, hängt vom Untergrund und vom Bauteil ab. Wie ein Klebeanker gesetzt wird, sehen Sie in unseren Montagevideos.
Häufige Fehler bei der Montage
- Bohrer nach der Gewindegröße gewählt statt nach der Herstellerangabe
- Bohrloch nicht gereinigt
- Zu nah am Rand der Balkonplatte gebohrt
- Anker in Lochziegel oder Porenbeton gesetzt, obwohl er nur für Beton vorgesehen ist
- Mutter nach Gefühl statt mit dem Drehmomentschlüssel angezogen
Häufige Fragen zu Schwerlastankern
Wie tief muss ich für einen Schwerlastanker bohren?
So tief, wie der Hersteller es angibt. Die Bohrtiefe steht auf der Verpackung und hängt von Größe und Modell des Ankers ab.
Kann ich einen Schwerlastanker wieder entfernen?
Schwerlastanker sind für eine dauerhafte Befestigung gedacht. Ob sich ein Anker wieder lösen lässt, hängt vom Modell ab. Planen Sie die Position deshalb vorher sorgfältig.
Halten Schwerlastanker in Porenbeton?
Die meisten Schwerlastanker sind nur für Beton vorgesehen. Für Porenbeton gibt es spezielle Dübel. Prüfen Sie im Zweifel die Angaben des Herstellers oder fragen Sie einen Fachbetrieb.
Was ist der Unterschied zwischen Schwerlastanker und Schwerlastdübel?
Im Alltag werden beide Begriffe meist gleich verwendet. Gemeint ist ein Spreizanker aus Stahl für hohe Lasten.
Noch Fragen zur Montage?
Unsere Montagevideos zeigen viele weitere Schritte im Detail. Wenn Sie Beratung vor Ort wünschen, finden Sie einen DIEDA-Händler in Ihrer Nähe. Bei Fragen zu unseren Produkten hilft Ihnen unser Team gern weiter.
Weitere Ratgeber
- Werkzeug für die Geländermontage
- Gesetzliche Anforderungen an Geländer
- Französischer Balkon
- Pflege und Reinigung von Edelstahlgeländern
Hinweis: Diese Anleitung ersetzt nicht die Montageanleitung des Ankerherstellers. Bei absturzsichernden Bauteilen wie Geländern empfehlen wir, im Zweifel einen Fachbetrieb hinzuzuziehen.
